Türkei: Mohammed-Karikatur bringt Islamisten in Rage
Eine Zeichnung, die den Propheten Mohammed zeigen soll, sorgt seit Tagen in der Türkei für Wirbel. Im Kreuzfeuer steht das türkische Satiremagazin LeMan, in dem die Zeichnung erschienen war. Dabei soll zu sehen sein, wie sich der Prophet Mohammed und Moses über Kugelhagel und brennenden Häusern die Hände schütteln.
Die angebliche Karikatur hat die Wut von Islamisten entfesselt. Hunderte Menschen sind in Istanbul auf die Straßen gegangen. Eine Gruppe von Demonstranten hat das Gebäude, in dem sich die Redaktion von LeMan befindet, mit Steinen beworfen. Einige stürmten eine Bar im Zentrum Istanbuls, die Medienberichten zufolge von LeMan-Mitarbeitern besucht werden soll. Dabei kam es zu einem Handgemenge mit der Polizei.
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan sprach bei den Zeichnungen von einer “widerwärtigen Provokation” und einem “Hassverbrechen”. Mehrere Verantwortliche des Satiremagazins wurden wegen des Vorwurfs der “Verunglimpfung” religiöser Werte festgenommen.
Das Magazin LeMan verteidigte das Bild später auf X mit den Worten, es sei absichtlich falsch interpretiert worden. Das Ziel sei eine Provokation herbeizuführen, indem absichtlich Parallelen zur französischen Satirezeitung Charlie Hebdo gezogen würden. Islamisten hatten 2015 nach der Veröffentlichung einer Mohammed-Karikatur die Redaktion des Pariser Magazins gestürmt und zwölf Menschen erschossen. LeMan hatte sich damals öffentlich mit der französischen Satirezeitung solidarisiert. Das Vorgehen der türkischen Regierung ist laut der türkischen Anwaltsvereinigung CHD als Angriff auf Oppositionelle zu verstehen.
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