In Zivil: Israelische Streitkräfte stürmen palästinensisches Krankenhaus und töten drei Männer
Die israelischen Streitkräfte (IDF) haben am Dienstagmorgen eine verdeckte Razzia im Ibn-Sina-Krankenhaus in Dschenin im Westjordanland durchgeführt, wie das palästinensische Gesundheitsministerium mitteilte. Auf Videoaufnahmen ist zu sehen, wie bewaffnete Personen – ob als Patient im Rollstuhl, in Arztkitteln oder in islamischer Kleidung – verkleidet durch die Gänge der Klinik laufen. Zu sehen ist auch ein Mann, der gezwungen wird, mit dem Gesicht zur Wand auf dem Boden zu knien.
Bei der verdeckten Razzia seien insgesamt drei Personen gezielt getötet worden. Bei den getöteten jungen Männern handele es sich um Mitglieder einer “Terrorzelle”, die einen Anschlag geplant und sich in dem Krankenhaus versteckt hätten, so die IDF.
Der 27-jährige Hauptverdächtige soll sich bereits seit längerer Zeit zur Behandlung im Krankenhaus befunden haben und auf einen Rollstuhl angewiesen gewesen sein. Sein Bruder und ein Freund hätten die Nacht bei ihm verbracht. Laut dem medizinischen Leiter des Krankenhauses, Niji Nazzal, seien sie im Schlaf “kaltblütig hingerichtet” worden.
Das palästinensische Gesundheitsministerium forderte die internationale Gemeinschaft auf, die Gewalt der israelischen Besatzung zu beenden. Die Hamas verurteilte die Razzia als abscheuliches Verbrechen und drohte mit Konsequenzen. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums führt die IDF in Dschenin regelmäßig Razzien durch und geht seit der Eskalation im Gazastreifen am 7. Oktober 2023 verstärkt vor.
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