“Wenn man Fragen verhindert, ist das Zensur” – Proteste bei Prozess um Journalisten-Entlassung
Der italienische Journalist Gabriele Nunziati ist am Dienstag vor dem Arbeitsgericht in Rom erschienen. Dort haben die Anhörungen zu seiner umstrittenen Entlassung begonnen. Die Entlassung wurde durch eine Frage ausgelöst, die Nunziati im Oktober 2025 während einer EU-Pressekonferenz in Brüssel zum Wiederaufbau des Gazastreifens gestellt hatte.
Er zog dabei eine Parallele zur Ukraine-Politik der EU und fragte, ob die Kommission der Meinung sei, dass Israel für den Wiederaufbau des Gazastreifens aufkommen müsse, da es fast den gesamten Streifen und die zivile Infrastruktur zerstört habe. Die Kommission hatte mehrfach betont, dass Russland für den Wiederaufbau der Ukraine aufkommen solle. Die zuständige Sprecherin wich der Frage damals aus und erklärte, dazu könne sie aktuell nichts sagen. Kurz darauf verlor Nunziati seinen Job bei der Nachrichtenagentur Agenzia Nova.
Vor dem Gericht versammelten sich Demonstranten mit Transparenten, um den Fall zu begleiten. Nunziati selbst äußerte sich vor Ort und kritisierte das Klima der Angst und die Tendenz zur Selbstzensur in den Redaktionen.
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