“Vorgang nicht bekannt” – Auswärtiges Amt zu Ehrung von Nazi-Kollaborateur Melnyk in Kiew
In einem Ausschnitt aus der Bundespressekonferenz vom 3. Juni konfrontiert der Redakteur der Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung, Florian Warweg, das Auswärtige Amt mit der Frage, wie die Bundesregierung die staatliche Ehrung des NS-Kollaborateurs Andrei Melnyk durch die ukrainische Führung bewertet. Die sterblichen Überreste des 1964 verstorbenen OUN-Führers waren kürzlich aus Luxemburg nach Kiew überführt und dort im Rahmen einer offiziellen Staatszeremonie feierlich wiederbeigesetzt worden, wobei Selenskij ihn als Helden gewürdigt hatte.
Der Sprecher des Auswärtigen Amtes Martin Giese antwortete: “Mir ist dieser Vorgang nicht bekannt.” Auf Nachfragen zu möglichen deutschen Steuergeldern für solche Zeremonien und ein geplantes Pantheon blieb die Reaktion ausweichend. Die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem sowie das israelische Außenministerium hatten die Ehrung scharf kritisiert.
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