Solowjow über Sowjet-Geschichte: “Sie haben keine verdammte Ahnung, wovon Sie da reden”
Am 3. Juni 2026 ist der zweite Teil des Interviews mit dem russischen Journalisten Wladimir Solowjow bei der schweizerischen Weltwoche erschienen.
Wie im ersten Teil wurden auch diesmal zahlreiche historische Streitthemen debattiert. Weltwoche-Chefredakteur Roger Köppel berief sich insbesondere bei den angeblichen Opfern der “sowjetischen Diktatur” auf das alles andere als wissenschaftlich objektive “Schwarzbuch des Kommunismus” sowie auf den sowjetisch-russischen Autor Alexander Solschenizyn.
“Kommen Sie mir nicht mit diesem Blödsinn”, erwiderte Solowjow aufgebracht, bevor er dem Schweizer die demografischen Zahlen des Zarenreichs und der Sowjetunion, samt der enormen Verlustzahlen im Ersten Weltkrieg, im Bürgerkrieg und im Zweiten Weltkrieg allein vorrechnete.
“Und dann sagen Sie mir mal, wie viele im Gulag [allein] getötet wurden? Wenn Sie all diese Zahlen addieren, wie kommt es dann, dass wir jedes einzelne Jahr einen Bevölkerungszuwachs haben?”, fragte Solowjow, ohne von Köppel darauf eine Antwort zu erhalten.
Der studierte Historiker Köppel versuchte, von Solowjow eine Erklärung dafür zu erhalten, warum es “Stalin und Molotow waren, die den [Nichtangriffs-]Vertrag mit Hitler geschlossen haben”. Daraufhin verwies der russische Moderator, auf einen Fakt, der im Westen meist verschwiegen wird: “Wir waren die Letzten, die ihn schlossen, während ihr versucht habt, uns zu verraten.”
Das heutige EU- und NATO-Mitglied Polen hatte bereits im Januar 1934, mehr als fünf Jahre vor Moskau, einen Nichtangriffspakt mit Adolf Hitler unterschrieben.
Die etwas verzweifelt wirkende Frage, ob Solowjow denn lieber in der Sowjetunion als im heutigen Russland leben würde, beantwortete dieser mit einem unmissverständlichen: “Selbstverständlich! Sie ist mein Vaterland und ich liebe sie.”
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