Drewermann: “Das Verstehen des sogenannten Gegners ist die Bedingung für den Frieden”
Als Gesprächspartner in dem Podcast {ungeskriptet} von Benjamin Berndt war Dr. Eugen Drewermann zu Gast. Der 85-jährige Theologe, Psychoanalytiker und ehemalige Priester spricht über Krieg, Aufrüstung, die Deutung von Gut und Böse und über eine wachsende Eskalationsbereitschaft, die an die dunkelsten Kapitel der Geschichte erinnert.
In einer Zeit, in der moralische Urteile wieder zur Rechtfertigung von Gewalt dienen, warnt Drewermann vor Denkweisen, die wir längst überwunden glaubten. Er kritisiert, dass Russland als permanente Bedrohung dargestellt wird – ohne die Erfahrungen, Ängste und Motive auf der anderen Seite zu hinterfragen. “Nach 27 Millionen Toten haben wir, die Deutschen, keinerlei Bedauern gegenüber den Russen, sondern wieder Pflicht, Russland zu bekämpfen – immer greift ja Russland ganz Europa an”, merkt Drewermann sarkastisch an. Statt Verständigung herrscht Konfrontation, statt Empathie Schuldzuweisung. Drewermann fordert ein Umdenken: weg vom Freund-Feind-Denken, hin zu einem Verständnis, dass Gewalt nicht heiligt. Er erinnert: “Jesus hat niemals zur Gewalt aufgerufen” – und fragt, warum “wir” es dennoch tun.
In voller Länge auf YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=dEow3kPoA8Q
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