Grüne: “Progressives muslimisches Leben” fördern statt Kopftuchverbot für Kinder in Schulen
Am Donnerstag hat der Deutsche Bundestag über einen Antrag der AfD debattiert, das Tragen von Kopftüchern bei Mädchen unter 14 Jahren in Bildungseinrichtungen gesetzlich zu verbieten. Die Abgeordnete Kerstin Przygodda bezeichnete das Kinderkopftuch in ihrer Rede als Ausdruck von Zwang sowie als “sexuelles Symbol, Fahne des politischen Islams, Zeichen der Unterdrückung der Frau” und als Mittel, um “patriarchale Machtansprüche zu zementieren”.
Dem hielt Lamya Kaddor von den Grünen entgegen, dass Verbote keinen Sinn ergeben, da das Problem lediglich im Privaten bleiben würde. Unter Verweis auf ihren Hintergrund als Islamwissenschaftlerin, Religionspädagogin, Mutter und Muslimin, die selbst kein Kopftuch trage, nahm sie in der Thematik die Deutungshoheit für sich in Anspruch. Sie gab an, dass zwar “keinerlei theologische Grundlage” für ein Kinderkopftuch existiere, stufte das Thema jedoch als Phänomen einer “Minderheit der Minderheiten” ein. Kaddor setzte auf mehr spezialisierte Pädagogen und will ein “vielfältiges progressives muslimisches Leben” fördern – was laut Kaddor im Übrigen für alle Religionen gelten müsse.
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